"Ich habs's im Gespür"

Der Focusing Ansatz nach Gendlin

Wir alle tragen ein inneres Wissen darüber in uns, wie es uns wirklich geht, was wir in diesem Moment brauchen und welcher nächste Schritt für uns förderlich ist. Es ist über unsere Körperempfindungen zugänglich.

Wie keine andere therapeutische Methode hat der Focusing Ansatz exakte Anleitungen dafür bereit gestellt, wie genau und in welcher inneren Haltung wir Kontakt zum Körperempfinden aufnehmen und die sich hieraus entfaltenden Botschaften für einen förderlichen Entwicklungsprozess nutzbar machen können. Sie gibt außerdem genaue Anleitungen dafür, wie dieser Prozess von außen optimal unterstützt wird.

Daher erweitert sie Psychotherapie und Supervision jeder Richtung um eine weitere Dimension.

Eugene T. GENDLIN (1926-2017), Schüler, Mitarbeiter und Nachfolger von Carl ROGERS, dem Begründer der Klientenzentrierten Psychotherapie an der Universität Chicago, hat diese Methode seit den 1960er Jahren entwickelt und FOCUSING genannt. In den 1980er Jahren wurde sie zum psychotherapeutischen Ansatz „FOCUSING-Therapie“ weiterentwickelt und findet seitdem weltweit Anwendung in der Psychotherapie.

GENDLIN hat in den 1960er Jahren wissenschaftlich nachgewiesen, dass Psychotherapie – unabhängig von Methoden, Therapeut*in oder Schweregrad des Problems – dann zum Erfolg führt, wenn Klient*innen einen Zugang zu ihrem inneren Gespür haben und ihre Probleme oder Fragen von hier aus betrachten können. Als Schlussfolgerung hieraus entwickelte er eine genaue Methode des Zugangs zum inneren Erleben, die Focusing Methode.

Sein Ansatz ist getragen von einem tiefen Respekt vor dem individuellen Gespür einer Person zu einem Thema („Felt Sense“) und Vertrauen in die Tendenz jedes achtsamen Prozesses, sich von selbst fortzusetzen und zur Weiterentwicklung der Person beizutragen.

Das Wichtigste ist, als Mensch da zu sein.

E. T. Gendlin